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Was ist eigentlich die LMIV?

LMIV steht für Lebensmittelinformationsverordnung und gilt seit Dezember 2014 verbindlich für die gesamte Europäische Union. Sie regelt die Kennzeichnung für alle Lebensmittel. Dabei geht es nicht nur um vorverpackte Lebensmittel aus dem Einzelhandel, sondern seit 2014 auch um die Kennzeichnung von „loser Ware“ wie z.B. bei Speisen in Restaurants.

Warum ist die LMIV auch für Gastronomen relevant?

Seit 2014 müssen auch bei „loser Ware“ in Restaurants, Cafés und allen Orten, wo Speisen angeboten werden, Allergene gekennzeichnet werden.

Dafür wurden 14 zu kennzeichnende Hauptallergene festgelegt:

  1. Glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel), sowie daraus hergestellte Erzeugnisse
  2. Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
  3. Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse
  4. Fische und daraus gewonnene Erzeugnisse
  5. Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse
  6. Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse
  7. Milch und daraus gewonnene Erzeugnisse
  8. Schalenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Pecannüsse…) und daraus gewonnene Erzeugnisse
  9. Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse
  10. Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse
  11. Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse
  12. Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse
  13. Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse
  14. Schwefeldioxid und Sulfite in Konzentrationen von mehr als 10mg/kg und 10mg/L 

Umsetzung der Kennzeichnung

Wie die genaue Kennzeichnung zu erfolgen hat, ist nicht explizit geregelt. Generell kann die Information schriftlich, mündlich oder elektronisch erfolgen.

Es gibt folgende Möglichkeiten:

  • Kennzeichnung auf der allgemeinen Speisekarte direkt hinter dem jeweiligen Gericht. Wenn möglich hinter der jeweiligen Komponente mit der Bezeichnung des Allergens
  • Kennzeichnung auf der allgemeinen Speisekarte mit Fuß- und Endnoten hinter dem jeweiligen Gericht bzw. besser den einzelnen Komponenten
  • Eine Allergiker Speisekarte, ABER auf der allgemeinen Karte muss ein Vermerk stehen, dass eine separate Allergikerkarte vorhanden ist
  • Bei mündlicher Information muss außerdem eine „Kladde“ bzw. ein Ordner vorhanden sein, in dem die Verwendung der allergenen Zutaten pro Gericht und Getränk dokumentiert ist. Auch hier müssen die Gäste auf der normalen Speisekarte darauf hingewiesen werden, dass das Personal über die Allergene informiert. Die schriftlichen Informationen müssen leicht zugänglich und jederzeit verfügbar sein.

Wichtig ist, dass die Zutat explizit genannt wird. Es reicht nicht aus zu schreiben „enthält Schalenfrüchte“ oder „enthält Getreide“. Aus diesen Angaben wäre nicht ersichtlich, um welche Sorte es sich handelt. „Enthält Weizen“; „Enthält Roggen“ oder „Enthält Haselnüsse“ muss die korrekte Bezeichnung lauten.

Auch Zusatzstoffe müssen schriftlich festgehalten werden, sodass der Gast bei Bedarf Zugang zu diesen Informationen hat. Hier eine Liste der zu kennzeichnenden Zusatzstoffe.

Was regelt die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) genau und was NICHT?

Die LMIV regelt lediglich die Kennzeichnung von Allergenen und Zusatzstoffen bei loser Ware. Allerdings geht sie nicht auf eine sichere Zubereitung für Allergiker ein. Speisen, die beispielsweise von Natur aus kein Gluten enthalten wie z. B. Pommes können dennoch durch den Zubereitungsprozess kontaminiert werden. Werden in der Fritteuse z. B. paniertes Fleisch und die Pommes frittiert, so ist dies für Menschen mit Zöliakie ausreichend, um nach dem Verzehr der Pommes Symptome hervorzurufen.

Die Kontamination kann an vielen Stellen im Herstellungsprozess erfolgen. Für viele Menschen ist das ein großes Problem, da sie sich nicht auf die Kennzeichnung in der Speisekarte verlassen können.

Aus diesem Grund ist ein sicheres Allergenmanagement so wichtig!

Rechtliche Grundlagen und Quellen:

VO (EU) 1169/2011: >> Link.

Bundeszentrum für Ernährung: