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Die Nussallergie

Nüsse sind Samen unterschiedlicher Pflanzenfamilien. Aus allegorischer und lebensmittelrechtlicher Sicht werden sie ebenfalls unter dem Namen Schalenfrüchte zusammengefasst. Sind sind wichtige Energielieferanten und enthalten reichlich gesunde Fette, Vitamine und Mineralstoffe, weshalb sie auf jeden Fall in eine gesunde und ausgewogene Ernährung integriert werden sollten. Für manche Menschen müssen jedoch bestimmte Nussarten vom Speiseplan gestrichen werden, da sie darauf hochgradig allergisch reagieren.

Wichtig: Die Erdnuss zählt NICHT zu den Schalenfrüchte, sondern zu den Hülsenfrüchten.

Schalenfrüchte

Es gibt viele verschiedene Schalenfrüchte, zu den häufigsten Allergieauslösern gehören:

  • Haselnüsse
  • Mandeln
  • Walnüsse
  • Pistazien
  • Cashewnüsse
  • Pekannüsse
  • Macadamianüsse
  • Paranüsse

Besonders häufig liegt eine Allergie gegen Haselnüsse vor, denn in Deutschland leiden viele Menschen unter einer Baumpollenallergie (Birke, Hasel, Erle). Das Allergen dieser Baumpollen sieht dem Haselnussallergen sehr ähnlich. Daher reagieren einigen Menschen mit Heuschnupfen gegen die Bäume Birke, Erle und Hasel auch auf Haselnüsse. Man spricht in dem Fall von einer Kreuzallergie. Schalenfrüchte können eine Kreuzallergie oder eine Primärallergie auslösen. Eine Primärallergie liegt vor, wenn die Allergie nicht durch den Heuschnupfen ensteht.

Vorkommen

Nüsse können überall drin versteckt sein. Als ganzes sind sie natürlich einfach zu erkennen, häufig sind sie aber auch in Broten, Gebäcken, Kuchen und sogar Wurstwaren enthalten. Aber auch in verschiedenen Brotaufstrichen, Müslisorten und Fertiggerichten sind sie zu finden. Ein Blick auf die Zutatenliste ist daher unerlässlich. Besonders, da bereits Spuren bei einigen Nussallergikern heftige Reaktionen hervorrufen können.

Symptome

Bei einer Allergie gegen Schalenfrüchte können verschiedene Symptome auftreten:

  • Hautausschläge
  • Halskratzen
  • Gaumenjucken
  • Magen-Darmbeschwerden
  • Anschwellen der Schleimhäute (Hals, Lippen, Zunge)
  • Husten
  • juckende, verquollene, gerötete Augen
  • Magen- Darmbeschwerden
  • Atemnot
  • Allergischer Schock

Das Auftreten der Symptome ist auch davon abhängig, ob eine Primärallergie oder Kreuzallergie vorliegt.

Da aber bei einer Allergie gegen Schalenfrüchte solch heftige Symptome auftreten können, ist es umso wichtiger, Lebensmittel richtig zu kennzeichnen und auf eine kontaminationsfreie Zubereitung zu achten. Denn bereits kleinste Mengen oft als Spuren bezeichnet können ausreichend sein und zu nicht vorhersehbaren Folgen führen.

Nichts desto trotz sind die Reaktionen von Mensch zu Mensch unterschiedlich, dabei ist es egal ob es sich um eine Primärallergie oder eine Kreuzallergie handelt. Nicht jeder reagiert auf jede Nussart, daher sollte auch die genaue Bezeichnung der Nussart auf der Speisekarte vermerkt werden. Häufig ist die Symptomatik bei einer Kreuzallergie nicht so stark wie bei einer Primärallergie.

Hintergrundwissen

Wie oben schon erklärt, sind die Reaktionen und Symptome der Menschen ganz individuell. Häufig vertragen Menschen, die von einer Kreuzallergie betroffen sind, “nur” keine rohen Nüsse. Gebacken und verarbeitet sind sie von vielen mit einer Kreuzallergie verträglich.

Aber ACHTUNG: Für Menschen, die unter einer Primärallergie leiden, sind Spuren und auch gebackene/verarbeitete Lebensmittel die Nüsse enthalten NICHT verträglich.

Kennzeichnung 

Wie schon erwähnt, ist die richtige Kennzeichnung bei Schalenfrüchten enorm wichtig. Deshalb muss jede Nusssorte einzeln in der Zutatenliste oder der Speisekarte genannt werden. Schwierig ist es bei den sogenannten Spuren. „Spuren“ sind unbeabsichtigte Einträge eines allergenen Stoffes in das Lebensmittel. Ein Hersteller ist nicht verpflichtet Spuren zu kennzeichnen und wenn er sie kennzeichnet, dann muss nicht explizit die Nusssorte genannt werden. Für Nussallergiker ist das ein großes Problem. Es gibt jedoch ein paar hilfreiche Regeln, woran man erkennen kann, ob ein Lebensmittel bei Nussallergie geeignet ist oder nicht.  

  1. Keine Spuren Kennzeichnung = Nachfrage bei der Firma zum Allergenmanagemant (deklariert die Firma Spuren und heisst es, wenn keine Spur benannt ist, kann auch nichts enthalten sein? / Das lohnt sich bei Firmen, die häufig verwendet werden.) 
  2. Die Verpackung enthält den z. B. Hinweis „Kann Spuren von Senf und Sellerie enthalten“ = sicher, da der Hersteller Spuren deklariert 
  3. Auf der Verpackung steht z. B. der Hinweis „Enthält Milch“ = nicht sicher, da „enthält“ nicht mit Spuren gleichzusetzen ist, sondern nur auf eine Bereits in der Zutatenliste aufgeführte Zutat extra verweist 
  4. „enthält Milch und Spuren von Senf“ = sicher da Spuren gekennzeichnet 
  5. „Nussfrei“ = theoretisch sicher, da „frei von“ auch „frei von Spuren meint! Jedoch hält sich nicht jede Firma daran 

Diese Tipps und noch mehr Informationen zur Kennzeichnung findet ihr beim Lebensmittelverband Deutschland oder auf der Seite des Nuss-/Anaphylaxie Netzwerk e.V.  

Sonderfall Erdnüsse

Erdnüsse gehören -wie oben schon erwähnt – zur Gattung der Hülsenfrüchte. Viele zählen Erdnüsse allerdings zu den Nüssen, weshalb sie hier mit aufgeführt werden.

Die Erdnussallergie ist eine der herausforderndsten Allergien! Die Reaktionen sind oft mit einer schweren Symptomatik verbunden! Die Symptome der Erdnussallergie, sind die gleichen wie bei einer Nussallergie. Allerdings kommt es hier häufger zu einem Allergischen Schock. Auch kleinste Mengen können ausreichen, um Symptome auszulösen.

Eine Allergie gegen Erdnüsse zu haben, bedeutet nicht automatisch auch auf Schalenfrüchte allergisch zu sein.

Mehr Informationen rund um das Thema Nussallergie findet ihr auch auf der Website des Nuss/Anphylaxie Netzwerk e. V. und bei dem Deutschen Allergie und Asthmabund (DAAB).

Autoren: Dr. Yvonne Braun / J. Wöhr